Autor: Sabine

„Was wäre, wenn du eines Tages Flu-Ro kennenlernst?“

„Ulla, wir haben ihn wirklich und ganz in echt gesehen! Ulla, wir sind die Einzigen, die ihn wirklich gesehen haben!“ Henni kommt ganz aufgeregt in ihre Wohnung und stellte eine große Tasche neben den Küchentisch. „Was ist da drin?“, fragt Ulla neugierig. „Na, unser Schlafsack. Wir mussten uns doch heute Nacht auf die Lauer legen, seinetwegen.“  Henni schaut geheimnisvoll, und zwar so, als müsse Ulla sofort wissen, wen sie meint. „Wer ist er?“, fragt Ulla und tut ihr den Gefallen nachzufragen.

Henni und Juttas Strand am Rhein

Henni war ganz aufgeregt. Sie besuchte endlich mal wieder ihre langjährige Freundin Jutta in Monheim und hatte sich dazu den alten, klapprigen Fiesta von Ulla geliehen. Henni fuhr gerne, aber sie hatte das schon lange nicht mehr getan. Also dauerte die Strecke, die eigentlich nur eine Stunde dauerte, fast doppelt so lange. Sie hatte sich das neue Album „Voyage“ von Abba auf ihrem Handy während der Fahrt angehört. Abba gehörte zu ihren Kindheitserinnerungen, doch die Lieder waren einfach nicht mehr so wie sie die Musik in ihrer Erinnerung hatte. Das Gefühl bei Liedern wie „Mamma Mia“ oder „Take a chance on me“ entstand bei den neuen Liedern einfach nicht. Viele klangen eher schon wie viel zu frühe Weihnachtslieder. Doch dann kam die „Ode to Freedom“, die war Klasse und verursachte Henni eine Gänsehaut und berührte sie so sehr, dass sie das Lied auf Dauerschleife stellte.

Henni und der kopflose Engel

„Wir haben dafür gesorgt, dass Florentine ihren Kopf verloren hat!“ Henni schaute mit großem Entsetzen auf den kopflosen Engel vor ihren Füßen. Sie stand in der Buchhandlung vor einem Regal mit Kartons voller Engelfiguren, die auf einen ordentlichen Turm gestapelt waren. Eben bis zu dem Moment, als Henni einen Karton davon in die Hand genommen hatte. Der äußere Pappkarton war mit der inneren Pappschachtel, in den der Engel gebettet war, nicht befestigt und rutschte einfach heraus auf den Boden und nahm den Engel gleich mit.

Henni und der einsame Filmprojektor

Henni hatte Langeweile. Ulla und sie waren für ein Wochenende nach Winterberg in eine kleine Pension gefahren, die ihnen Kemal günstig angeboten hatte. Der Vermieter der Pension „Waldesruh“ war der Bruder von seinem Bruder oder so ähnlich. Jede von ihnen hatte ein kleines Zimmer mit Blümchenbettbezug, einem uralten Fernseher und einem wackligen Tisch auf dem eine Vase mit einem Trockenblumenstrauß stand.  

Henni, die Erfindern der ERSTEN Laptopmarkise

Henni saß an ihrem neuen Laptop. Also, der Laptop war nicht neu, den hatte ihr Bernd vermacht, weil er für seinen Sohn einen Neuen brauchte und den, der jetzt vor Henni stand, übrig hatte. „Wozu brauchen wir einen Laptop?“, fragte Henni und Bernd schaute sie an, als habe sie gefragt, ob er sie heiraten wolle oder noch was viel Schlimmeres. „Äh, den braucht doch heute jeder wie ein Smartphone oder einen Fernseher!“ „Den haben wir auch nicht. Wir schauen nur manchmal etwas Fernsehen mit Ulla, denn ohne Ulla macht das keinen Spaß und ohne Ulla würden wir auch nicht Fernsehen!“, erklärte Henni überrascht.

Hennis Laterne oder der Herbst ist da

Früher Montagabend, es begann schon dunkel zu werden. Ulla schaute aus dem Fenster. Der Herbst stand nicht mehr nur vor der Tür, er hatte längst geklingelt. Genauso wie Henni, die gerade lauthals singend die Straße entlanggekommen war. Es hörte sich an, als hätte sie ihren eigenen Laternenumzug veranstaltet.