
Abwarten
bleiben
fest-stecken
bei
der Klinke,
die aus dem Leben führt
fest-halten
aus Angst ...
...vor dem Leben,
das zu nah an mich herankommt,
mich
soviel spüren lässt
Genug
gewartet
geblieben
festgesteckt
bei
der Klinke
die nichts bewegen darf
los-lassen
aus Freude,
aus Neugier
aus der Lust am LEBEN ...
...Eines der Lichter ist für Dich
"Lieber Thomas!
Der heutige Sonntag ist der „ 3. Welttag der Suizidprävention“. Knapp drei Jahre ist es auch her, dass Du Dir das Leben genommen hast. Letzten Montag in einem Pressegespräch habe ich noch von zwei Jahren gesprochen – es sind gefühlte zwei Jahre, eine völlig andere Zeitrechnung..."
[Hier befindet sich der vollständige Brief an Thomas als pdf-Datei!]
Und hier befindet sich mein erster Brief an Thomas nach seinem Suizid - zur ErINNERung an DICH...
Der Suizid ist immer noch ein Tabu-Thema. Begriffe wie "Selbstmord" und "Freitod" kursieren im allgemeinen Sprachgebrach und transportieren unsere verborgenen Ansichten dahinter... Der Tod selbst, der am Ende unser aller Leben steht, ist schon Tabu genug.
Ängste und Phantasien bestimmen und bewerten den eigenen Umgang damit. "Er" - eine beliebte "Benennung" des Todes, ohne das Wort direkt an- und auszusprechen - ist doch noch soweit weg. Denn, wenn ich es an- oder ausspreche, dann passiert es...
Und sterben, tun immer die anderen und die, deren Todesanzeigen in der Zeitung stehen...

Wussten Sie, dass im Jahr 2003 bundesweit 11.150 Menschen durch Suizid gestorben sind? Davon sind 73,4 % Männer. Im Vergleich dazu sterben im selben Zeitraum und Jahr durch Unfall 6.606 Menschen, durch Drogen 1.477.
Solange, bis es mich (in-)direkt betrifft. Doch, wie sieht es mit der Beratung und Begleitung von Menschen, von Kindern und Jugendlíchen aus, die sich mit diesem Thema auseinandersetzten, die Möglichkieten suchen, Raum brauchen, um ihre Gedanken formulieren zu können, die Ernst genommen werden wollen?
Auf wen oder was treffen diese Menschen? Auf eine Mauer des Schweigens oder des verharmlosenden "Darüberwegredens"? Wieweit haben wir uns selbst damit beschäftigt? Interessante Fragen, die nur jede und jeder für sich beantworten kann, doch unbedingt im Dialog mit anderen besprechen sollte!!!
Ich habe am Wochenenende ein sehr interessantes Seminar zu diesem Thema besucht und viele vertraute und auch neue Impulse mitgenommen, die mir in der Beratung mit Jugendlichen die Angst vor solchen Gesprächen noch einmal mehr genommen hat und ein wenig meine Arbeitsweise mit Jugendlichen bestätigt hat.
Ein Thema, an dem ich dran bleibe, weil ich es für unheimlich wichtig halte! Was meinen Sie?
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