E wie Erotik oder wenn es zum Äußersten kommt (Mein Lieblingssatz vom Wochenende…)

Wenn es in Geschichten mal nicht so richtig läuft, die Worte nicht so recht fließen, die Handlung eher ins Stocken gerät oder nicht so recht vorwärts/zum Stehen kommt, dann wird es Zeit, dass ich ins Spiel gebracht werde. Und bitte, machen Sie nicht den großen Fehler und verwechseln mich mit der Dramaturgie einer Geschichte. Wenn ich komme, verzeihen Sie meine direkte Wortwahl, dann ist das große „D“ längst am Werk gewesen und hat ein gekonntes Vorspiel vorgelegt…

Na ja, ich gebe zu, wenn frau/man mich mit ihrer Wortwahl nicht so richtig begeistern und knackig anmachen und anrichten kann, dann verhalte ich mich durchaus auch mal wie ein störrischer Esel oder ein unverdaulicher Riesenhappen und sorge für Fremdschämen und ähnliche Phänomene, die z.B. in England mit dem Bad Sex Award der Zeitschrift „The Literary Review“ ausgezeichnet werden. Der Text erhält praktisch eine Goldene Zitrone…

Wenn es also nicht so recht klappt mit ihr und ihm, weil sie nicht will, schon will, aber nicht wie er, und er hat auch schon Lust, aber sein Job und den bekommt er nicht aus dem Kopf und eben auch nicht aus der Hose, dann komme ich ins Spiel und spiele mit ihren Sehnsüchten, Wünschen und Träumen… Und zwar sehr, sehr an- und erregend, wenn Sie wissen, was ich zwischen den Zeilen sagen will…

Na ja, und wenn Sie jetzt glauben, das sei ja einfach und alles klar, ja, dann haben Sie DEN Bauplan für Geschichten mit meiner Anwesenheit noch nicht kennengelernt.

Werde ich sinnlich, lustvoll eingesetzt, lassen mich die Worte ganz nah herankommen an die Figuren und ihre Körper, wenn sie sich aufeinander zubewegen, sich Wort für Wort an- und miteinander erfreuen.
Doch Vorsicht, jetzt wird es schwierig, je mehr die AutorInnen sich schreibend den beiden Körpern nähern, umso verschwommener werden die, die mich schreibend ins Spiel bringen sollen. Sie schreiben sich auf blumig, selbstreflektierende, landschaftsbeschreibende Umwege, weitläufig um die Körper herum, die etwas verlegen und nicht weiter wissend immer noch voreinander stehen, weil ihre Autorin, bzw. ihr Autor, noch immer auf seinem Umweg vor sich hin schreibt und ihre/seine Figuren, sie und ihn, hier untätig herumstehen lässt mit ihrer Lust auf ihre Lust.

Sie haben Recht, das ist im wahrsten Sinne des Wortes abtörnend und deshalb komme ich schon vorher beim Vorspiel ins lustvolle Wort-Spiel, weil ich mich endlich völlig ungeniert zwischen den Buchstaben, den Worten, den Zeilen und Absätzen ausbreite und mich lustvoll verausgabe…
Wer ich bin? Wenn Sie das jetzt immer noch nicht wissen, haben Sie die Überschrift nicht gelesen oder, was ich Ihnen dringend ans Herz legen möchte, noch nie ein geniales Schreib-Seminar mit Nina George zum Thema „Erotisches Schreiben“ im Nicolaihaus in Unna, dem Sitz des Westfälischen Literaturbüros mitgemacht.

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