In Cafés lesen oder wer hat den längeren Atem?

Foto: Tanja Graumann
Ich liebe es, in Cafés zu sitzen, Kaffee zu trinken, zu schreiben, Leute zu beobachten und mich über so manches schmunzelnd zu wundern.
Ich liebe es ebenso, in Cafés zu lesen und vorzulesen. Die dazugehörige Geräuschkulisse, wie Geschirr- oder Besteckklappern gehört für mich genauso dazu, wie das Geräusch des Kaffeeautomaten, das Zischen der Thermoskannen oder das eine oder andere wohlige Geräusch der Entspannung.

Ich bin fasziniert, wenn Menschen zu einem Brunch mit Lesung kommen und mir unmissverständlich klar machen, dass sie das nicht wussten, also, dass ich lese und sich doch gerne unterhalten wollen und ich sie im Prinzip beim Brunchen störe.
Sie zeigen mir also durch die konsequente Fortführung ihrer Tischgespräche und mit Blicken, die mich vermutlich zum Aufhören bringen sollen, aber nicht dazu führen, denn all die anderen ZuhörerInnen kommen, um mich beim Brunch vorlesen zu hören, dass ich der Störenfried bin.
Die unterschiedlichen Erwartungen kann ich durchaus gut nachvollziehen, bin ich doch in meinem Hauptberuf Sozialarbeiterin, aber da ich nun mal zum Lesen engagiert bin, lese ich auch konsequent weiter, denn so viel ist sicher, ich habe den längeren Atem, dafür bin ich zu sehr Autorin!

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