Loslassen

Wer schon einmal seine Ernährung umgestellt und gefühlt auf ganz viel verzichtet hat, wird feststellen, dass es zumeist mehr die Gewohnheiten sind, die uns das Gefühl geben, wir müssten auf etwas verzichten. Schauen wir uns die einmal genauer an, werden wir feststellen, wie sehr diese Gewohnheiten mit Gefühlen und Bildern in unseren Köpfen belegt sind, an die wir glauben oder besser glauben wollen oder noch besser gewohnt sind zu glauben …

Wer mich kennt, dem fällt zu mir zuerst Kaffee ein und das ist auch das Getränk, ohne dass ich mir mein schreibendes Leben nicht vorstellen kann, Ich verbinde damit ein ganz bestimmtes Lebensgefühl: in Cafés sitzen, schreiben, lesen und mittendrin sein im Leben und seinen Menschen.
Gibt es dann noch frische Croissants dazu, sitze ich in Paris in der Sonne und die Welt könnte gerade nicht schöner sein. Gibt es am Morgen leckere kleine Croissants oder nachmittags leckeren Kuchen auf der sonnigen Terrasse dazu, dann bin ich im Literaturhotel. Nur zwei der vielen Orte, die ich mit diesem Getränk verbinde und jetzt mal ehrlich: Tee in Paris?

Genau, und auch da ist es immer das eigene Bild und die Gewohnheit. Ich werde nicht ganz auf Kaffee verzichten in meinem Leben, aber ich werde ihn wieder bewusster trinken und nach dem *Dahinter* suchen, was mir etwas bedeutet und das ist vom Getränk völlig unabhängig. A propos, diesen Text schreibe ich gerade mit einem Kräutertee und, es geht!
Mir geht es in meinem Leben um Wohlfühlorte, und das sind in meinem Leben Cafés, überraschende und ungeplante Begegnungen mit Menschen, die ich vorher nicht kannte und das Schreiben alleine oder immer mehr auch mit anderen um ihnen dieses Lebensgefühl weiterzugeben, das *mir die Welt bedeutet*.

Kommen wir noch zur weiteren Ernährungsumstellung, die bei mir ebenso tickt. Viel Arbeit und Café- und Kinoausflüge am Wochenende und dazu die so vertraute Kaffee-Süßes-Stress-Schleife tut ihren Job, gegessen wird nebenbei und meist nicht vernünftig. An dieser Stelle sei gesagt, auch auf meine Currywurst-Pommes-Mayo werde ich bestimmt nicht ganz verzichten, aber auch da, ich wiederhole mich, werde ich bewusster essen.
Ich beobachte gerade fasziniert, wie mein Körper mit Frieren, aber eben nicht mit Hunger auf die Veränderung reagiert. Fürs Frieren gibt es eine wunderbar kuschelige Sternendecke und basische Fußbäder. Doch noch vielmehr beginnt jetzt mein Kopf zu arbeiten und zeigt auf Gewohntes, das er vermisst und gerne wieder haben will und zwar sofort, verdammt nochmal! Was folgt sind negative Gedanken, die diese Veränderung und alles andere wie beim Dominospiel mit in Frage stellen. Dem immer wieder Einhalt gebieten und die Dinge weiter tun, die mir etwas bedeuten, fällt nicht leicht nach einer Woche, zwei Wochen liegen noch vor mir, wirft mich aber immer wieder auf mich selbst zurück und so entgifte ich gerade mehr als nur meinen Körper und meine Gedanken – mein Leben.

Einfach geht anders und einfach kann jeder. Wer mich kennt, weiß, ich mache es anders einfacher und darauf bin ich stolz! Mit diesem Gefühl fahre ich am Wochenende wieder nach Hamburg zum Schreiben, anders und doch wie immer, denn all das *Dahinter* ist es, um das es gerade wieder einmal geht.

Teile Deine Gedanken mit

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen