Yogawalk in Iserlohn

Mit Sabine Forberger, Mia, Herrn Klauber und seiner verstaubten Yogamatte durch Iserlohn.
Datum: Sonntag, 28. Februar 2016
Uhrzeit: 14:00 Uhr (Treffpunkt, Literaturhotel)
Kosten: 25€
Anmeldungen: mail[at]yogavilla-iserlohn.de
Weitere Infos und hier eine kleine Info-Hördatei:

Es geht los:
Wir, Sabine For- und Sabine Hinterberger, haben unseren Yogaachtsamkeitswalk nächsten Sonntag, 28.2. samt Sabine-Lesung schon mal eingeläutet: Lady Mint Entschleunigung per Strohhalm, einatmen grüner Kaffee-Schluck, lächeln, ausatmen..
Wir starten nun im Literaturhotel, Gehmeditation inkl Yoga- und Atemübungen durch den Stadtwald Richtung Bahnhof, kleine Leseeinheiten und anschließendem Walk vorbei an Fritz-Kühnplatz-Treppe und quer durch die Altstadt. Genüsslich kehren wir dann mehr oder weniger pünktlich bei Spetsmann ein, zum legendären, ersten und einzigen Klaubergedeck….

Die verstaubte Yogamatte und hier als Hördatei.

Herr Klauber betrachtete die verstaubte Yogamatte, die er soeben aus dem Keller geholt hatte, sehr, sehr skeptisch. Sie hatte dort seit Jahren im Regal hinten links, neben den Marmeladengläsern gelegen und vor sich hingestaubt.
Herr Klauber seufzte.

Die Matte hatte seiner Frau gehört und sie war das damals moderne Ergebnis der Spetsmann-Kaffeekränzchenrunde. Die vier Damen hatten nach einer ihrer ausgiebigen Kaffee- runden gemeinsam beschlossen Yoga zu machen. Matten und Outfit wurden bei den nächsten Spetsmann-Treffen ausführlichst besprochen, diskutiert und dann wieder in Kaffee ertränkt, bis zum nächsten Mal.
„Herr Klauber, das wird uns gut tun!“, hatte Mia nach ihrem zweiten Stück Käsekuchen lachend gesagt. „Wir werden sonst noch dick und rund und bequem.“
Herr Klauber hatte ein wenig irritiert an sich heruntergeschaut, er hatte noch nie Probleme mit seinem Gewicht gehabt, was Mia erst recht zum Lachen brachte.
„Ihr Gesichtsausdruck ist unglaublich. Bleiben Sie so, Sie sind der geborene Yoga-Muffel und genau dafür habe ich hier einen Kurs, wie für uns beide gemacht, jung und …“ Sie hüstelte ein wenig. „…kaum älter als jung und so schlank wie sie sind, haben sie bestimmt ein gutes Körpergefühl.“
Herr Klauber war der Appetit vergangen. Er dachte an seine Frau, an die Yogamatte, die sie zwar gekauft, aber nie benutzt hatte und so ging der letzte Bissen Käsekuchen ein wenig quer runter …
„Habe ich etwas Falsches gesagt?“. Mia schaute ihn erschrocken an.
„Nein, liebe Mia, aber ich musste gerade daran denken, wie meine Frau jahrelang zum Yoga gehen wollte und dann doch mit ihren Freundinnen nicht über die Kaffeetafel von Spetsmann hinauskam. Ich frage mich gerade, was besser gewesen wäre, wenn es überhaupt ein „besser“ in diesem Fall gibt.“
„Nein, ich glaube, ihre Frau hat für ihr Leben gern mit ihren Freundinnen bei Spetsmann gesessen und ihr Klaubergedeck genossen. So, wie wir das gerade wieder tun. Also, trauen Sie sich, mit mir einen Yogawalk durch Iserlohn zu machen?“ Mia schaute ihn erwartungsvoll an.
Herr Klauber sah in ihr aufgeregtes und unsicheres Gesicht und hörte auf einmal die ihm so vertraute Stimme seiner Frau, die neben ihm saß und seine Hand streichelte: „Franz, es gibt Zeiten für Kaffee und Kuchen und Zeiten für Bewegung. Wie mit Büchern, sie finden dich immer zur richtigen Zeit, du musst sie dir nur nehmen, die Zeit.“
„Sonntag ist es mir eh immer ein wenig zu ruhig zuhause, Mia, lass es uns ausprobieren!“
Herr Klauber nahm die Yogamatte aus dem Regal, schaltete das Licht aus und ging langsam die Stufen vom Keller in seine Wohnung. Als Mia eine Stunde später bei ihm klingelte, hatte er die Yogamatte geduscht und sauber- und trockengemacht und ebenso seinen alten Trainingsanzug aus der hintersten Ecke seines Schranks herausgekramt.
„Herr Klauber, das brauchen Sie zu unserem Yogawalk alles nicht, Wetterfeste Schuhe und eine warme Hacke reichen völlig aus!“, lachte Mia, als sie seine Ausrüstung im Flur entdeckte.

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