Verdanken und Geänderung

Die Veränderung war an diesem Morgen sehr nachdenklich gewesen und hatte, was ihr so gar nicht entsprach, den Kaffee kalt werden lassen. Die Gedanken kannten das; es passierte ihnen pausenlos, dass sie vor lauter Denken alles um sich herum vergaßen und dazu gehörte leider auch der erste Kaffee am Morgen.

Die Veränderung hatte schlecht geschlafen, auch etwas, das ihr selten passierte. Schlief sie meist doch sehr spät, aber immer sehr ausgefüllt mit den Erlebnissen des Tages, der meist randvoll mit Neuem war.

„Es ist soweit!“, sagte die Veränderung und schreckte die Gedanken, die mal wieder in Gedanken versunken waren, aus ihren Gedanken auf.

„Was, was ist soweit?“, fragten die Gedanken (noch etwas) verwirrt.

„Die nächste große Veränderung steht an!“, sagte sie und betonte jedes einzelne Wort so, das jedes gleichbedeutend wichtig klang.

„Aber du bist doch die Veränderung!“, sagten die Gedanken und machten sich schon wieder Gedanken über den Satz der Veränderung.

„Natürlich bin ich die Veränderung. Aber was wäre ich für eine armselige Veränderung, wenn ich mich selbst nicht ständig verändern würde?!!“

Die Gedanken schauten sich ziemlich ratlos an. Nur allzu oft kamen sie mit der Geschwindigkeit der Veränderung nicht mit. Viel zu oft waren sie so in Gedanken versunken, dass sie die Veränderung der Veränderung erst mitbekamen, als sie sich schon wieder verändert hatte. Nur bei dem Gedanken daran wurde ihnen jetzt schon wieder ganz schwindlig.

„Bist du noch bei mir?“, fragte die Veränderung etwas „angefressen“.

„Ja, ich versuche nur gerade mit deinem Satz und dem, was er bedeutet, mitzukommen.“, dachten die Gedanken laut nach.

„Da geht es dir gerade genau wie mir!“, lachte die Veränderung. „Ich versuche ja gerade mit mir mitzukommen.“

Die Gedanken machen sich noch mehr Gedanken, als vor der Antwort und dachten noch weiter über die Worte nach, die sich veränderten, je mehr sie darüber nachdachten.

„Siehst du, dass meine ich.“, mischte sich die Veränderung in die Gedanken der Gedanken ein. „Sie verändern sich sofort, die Worte und ihre Bedeutung, beim lauten Aussprechen, beim Hören und beim Darübernachdenken. Deshalb verändere ich sie schon beim Aussprechen.“

Das ging den Gedanken wieder viel zu schnell, aber das war gut so, denn sie waren grundverschieden und zu einem jeweils anderen Zeitpunkt wichtig.

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