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Ich bin mir sicher, dass Sie mich kennen. Wenn Sie in den letzten Jahren mal bei meinen Besitzern angerufen haben, dann bin ich es, der Sie auf der Brücke empfängt und begrüßt, wenn meine Besitzer nicht zu erreichen sind. Für die Einfallslosen unter den Anrufern heiße ich schlicht und einfach Anrufbeantworter, kurz AB, für die Phantasiebegabten bin ich Captain Picard auf der Brücke von Raumschiff Enterprise.
Und, das weiß ich seit gestern, ich bin eigentlich eine UniBox von Dokom 21, mit der man „ganz einfach modern kommunizieren kann".
Woher ich das weiß?

Die Worte bleiben aus, wenn ich versuche anderen von meinem Gast zu erzählen. Sie wirken holprig und unsicher und wollen mein Gegenüber, vor allen Dingen, die Menschen, die mir am Herzen liegen, beruhigen, wie mich selbst. Gerade da fehlen mir die Worte, weil ich mich an den vertrauten Gesprächs- und Erzählmustern festhalten möchte. Im Sinne von, das ist alles noch so wie immer. Und, sie sind alle noch da.

Zeit bekommt für mich zurzeit eine völlig neue Dimension. Sie kriecht und rast zugleich. Die Momente, die ich im Gedankenmorast versinke, quälen sich langsam dahin. Je mehr Nacht, umso besser fühle ich mich. Je weiter weg der Tag, umso sicherer fühle ich mich. Alles scheint so unendlich weit weg zu sein, an Schlaf ist nicht zu denken und hier, in diesem Teil des Tages habe ich meinen Platz gefunden, weil die Stimmen in mir ruhig(-er) werden. Hier ist es nur der Schlaf, um den ich mich bringen würde, wenn es ihn zu dieser Stunde schon für mich geben würde. Hier passe ich hin, mit mir und dem Schreiben.

Erst, wenn ich wieder das Gefühl habe, endlich ein Stück festen Boden unter den Füßen zu haben, kann ich schreiben. Schreibend wird dieser Halt größer, jeden Tag ein Wort, ein Satz, eine Geschichte mehr zurück ins Leben:
Alles ist anders. Es ist so, als wäre die ganze Welt eine andere. Eine, die ich nicht mehr kenne, obwohl ich Jahre und Jahrzehntelang in ihr gelebt habe. Die Welt, wie ich sie kenne, ist mir fremd geworden und versinkt im Schwarz. Ich weiß, das geht vorbei, das ist nur eine Phase, doch, wenn ich bis über beide Ohren in diesem schwarzen Morast versinke, dann habe ich Angst, nicht mehr die nötige Kraft zu haben, wieder aufzutauchen.

Künstler: Saffet Bilal Cokgezen
02:13 Uhr
„Ich bin müde“, sagt mein Körper, „Lass mich schlafen!“
„Ich muss denken, sagt mein Kopf und führt mich in seine nächste nächtliche Gedankenschleife, die im Kreis geführt wird, wie ein endloser Kreisverkehr ohne Ausfahrt.